Reim’ Dich, oder ich fress’ Dich

„Geld für die Oma statt für Sinti & Roma”, „Lieber Maria als Scharia”: Schon erstaunlich, was die NPD im derzeitigen Bundestagswahlkampf so an Laternenpoesie verzapft. Irgendjemand muss den braunen Strategen geflüstert haben, dass gereimte Sprüche beim Volk besser ankommen – und dann wurde treudeutsch drauflosgedichtet.

Schade nur, dass sich auf dumpfen Nazisprech wie „Überfremdung”, ja nicht mal auf das unverdächtige „Deutschland” so richtig viel reimt. So musste der ursprünglich hebräische Vorname Maria als schwaches Gegenstück zum religiösen Gesetz des Islam herhalten, wohl weil Hannelore, Edeltraut oder Kunigunde sich dem Reim einfach nicht fügen wollten. Und, ähem, „Sinti und Roma”, mein Führer? So viel Political Correctness legen die sprachlichen Erben Himmlers in ihrer Sprachwahl sonst nur selten an den Tag. Schon blöd, dass sich auf „Zigeuner” nur „beim Kegeln ein Neuner” reimt, hm, Volksgenossen?

Und die nächste reimeschmiederische Hürde steht schon bevor. Denn auch die latent laternenträchtigen Parteiführer bieten wenig Verspotenzial. Wie bitte soll ein aufrüttelnder Wahlkampfreim tönen, in dem der Parteivorsitzende Holger Apfel oder Bundesgeschäftsführer Jens Pühse den erznationalen Endreim geben?

Es wird eng für die NPD. Vielleicht sollte man auf Bilderwitze umschwenken? Da fände sich doch, auch in der eigenen Anhängerschaft, jede Menge Material.