lochow

Wenn es kühl ist, gehört den Unerschrockenen der schönste Swimmingpool der Stadt. Das Lochow-Bad, mit bürgerlichem Namen eigentlich „Sommerbad Wilmersdorf“ (bis 1968 hieß die heutige Fritz-Wildung-Straße hinter der Sportanlage Lochowdamm, daher der Name), ist im Hochsommer ein brodelnder Mix aus Leibern, Bratwurst, Eis und Handtüchern. Jetzt allerdings ist es fürs Herumliegen viel zu kühl, und die wenigen Besucher entdecken, dass die Liegelandschaft noch etwas ganz anderes enthält: drei wohlgepflegte Wasserflächen, in der kältefeste Kilometerschwimmer stoisch ihre Bahnen ziehen. Was für ein Luxus, über die leere Wiese zu streifen, ins 25,2° warme Wasser zu springen und über die Skyline der Stadt zu staunen, die von den drei 102-Meter-Türmen des Heizkraftwerks Wilmersdorf dominiert wird. Die Nackte, die plötzlich neben einem steht, ist die 1938 geschaffene „Schwimmerin“ des Marcks-Schülers Rudolf Agricola (1912-1990).