ina schönwälder

* 1. Juni 1959 † 1. Februar 2013

Für Ina als Architektin mit Bauhaus-Affinität war das plüschige Sammeln von allem und jedem, das wir nebenan kultivieren, ein Quell heiterer Ironie. Sie selber hat sich, mindestens in ihrer architektonischen Arbeit, streng an die klare Form und den gradlinigen Entwurf gehalten – im Wohnhaus-Anbau Bormann, (Hildesheim 2000), der Hildesheimer Prophylaxe-Etage (2004 zur „schönsten Zahnarztpraxis Deutschlands“ gekürt) oder auch in unserer gemeinsamen WG-Wohnetage in der Berliner Budapester Straße (hier noch mal Vera Sandbergs WG-Portrait von 2008 aus der BRIGITTE).

Immerhin, die kleinen Glasväschen aus buntem Überfangglas – Kameoglas ist der schönere Name – hatten es ihr angetan, und nach und nach reihten sich auf dem (schlichten!) Sideboard regenbogenfarbig und in sehr vielfältiger Form die Fundstücke. Wann immer wir eins auf dem Flohmarkt entdeckten, wurde der Neuankömmling heimlich in die Reihe geschmuggelt und Wetten abgeschlossen, wann Ina die farbige Zuwanderung bemerken würde.

„Das würde Ina gefallen“ oder „das muss ich Ina zeigen“ ist ein alltäglicher Impuls, der auch heute, fast drei Wochen nach ihrem Tod, nicht weniger wird. Und wenn uns mal wieder eine der farbigen Kameen unterkommt, werden wir sie ganz selbstverständlich in den gläsernen Regenbogen einreihen und mal kucken, ob sie’s merkt.

Ein Kommentar zu “ina schönwälder

  1. Hallo Martin, hab im Februar jeden Tag an Ina gedacht und mich gefragt…
    und nun das hier gelesen… ich wünsche Euch, dass Ihr das schafft.

Kommentare sind geschlossen.