hombre sincero

Von Guantanamo Bay zum Hudson River ist es ein langer Weg, und das Wasser ist schwarz und dreckig. Klar würden die New Yorker gern in ihrem Fluss baden; auch wir Berliner schwämmen gern in der Spree, wenn die nicht aus der Lausitz kommend allerhand Tagebaudreck mit sich führte. Das Schwimmen im Fluss bleibt in Berlin und New York ein unerfüllter Traum – bisher. Die Leute von +POOL haben jetzt eine geniale Idee gehabt. Sie wollen ein riesiges schwimmendes Beckenkreuz vor Manhatten ankern lassen – mit gewaltigen Filteranlagen, die das Flusswasser nicht für den ganzen Fluss, aber für diese herrlichen 150-Meter-Becken schwimmbar macht.

Ja, sicher, das kostet ein Vermögen. Schon das Versuchsbecken „Float Lab”, mit dem die Technik getestet werden soll, kostet echtes Geld. Einen ersten Anschub gab eine Kickstarter-Kampagne, mit der finanzielle Unterstützer weltweit gesucht und gefunden wurden. 273.000 Dollar spülte die Kampagne ins Versuchsbecken, und als Belohnung durfte jeder Supporter eine Fliese im späteren großen Becken beschriften lassen.

Ob ich da jemals schwimmen werde? Wenn ja, spielt es keine Rolle, ob eine Fliese meinen Namen trägt. Also verwende ich meine kleine Werbefläche lieber für eine Erinnerung daran, dass America, the beautiful, seine Flüsse nicht nur mit Öl und Dreck verschmutzt. Sondern auch mit Blut. Und dass eine Selbstreinigung nicht auf den Fluss beschränkt sein sollte, sondern auch umsetzen muss, was Obama, der „hombre sincero”, schon 2006 binnen Jahresfrist tun wollte: Guantanamo schließen.