den wald nicht vor bäumen

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Braucht Berlin einen Fahrradbeauftragten? Nö, ach was, für die paar Fahrräder …

Ein Jahr lang soll gesucht worden sein, jetzt gibt Berlins Verkehrssenator Müller auf und verkündet das Aus für den Job des Berliner Fahrradbeauftragten. Das Radfahren wäre ja eh in den Amtsstuben als Thema angekommen und verankert, da sei der ehrenamtliche, schlecht bezahlte Posten nicht mehr nötig. Das ist richtig. In den Amtsstuben ist das Radfahren angekommen, vor vielen Jahren schon. Dass rechtsabbiegende Lastwagen die zunehmende Radlerschar auf den Radwegen hinter parkenden Autos immer noch nicht sehen; dass öffentliche Verkehrsmittel ernsthafte Mengen an Rädern nicht transportieren können und dass trotz 15%-Anteil des Rades am Berliner Verkehr keine 3% für die Instandhaltung des Radwegenetzes ausgegeben werden: Das weiß man in den Amtsstuben, im Verkehrssenat, und auch der Fahrradbeauftragte selbst (zuletzt Arvid Krenz, davor der virile Radlobbyist Benno Koch) weiß das nur zu gut. Und ganz richtig: Wenn der Radbeauftragte sowieso nix zu melden hat, kann man ihn auch in die Wüste schicken. Und weiter bei jedem getöteten Radfahrer ein paar senatseigene Krokodilstränen weinen. Weiter ganze Kohorten von Polizei auf die Straße schicken, damit sie all die Massen von Fahrrädern von den Bürgersteigen scheuchen, auf angebliche Verkehrssicherheit prüfen, am Rowdytum hindern und weiter so zu tun, als wäre das Problem zu lösen, indem man die Radlerei in geordnete Bahnen lenkt. Nein nein, nicht Fahrbahnen: Bahnen. Nicht Autobahnen.