das licht der flüsse

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Wer Robert Louis Stevenson noch nie gelesen hat – oder nur eine verstümmelte Kinderausgabe der „Schatzinsel“ kennt – hat einen der ganz Großen versäumt, einen Autoren, dessen Werk hierzulande noch immer erst entdeckt werden muss.

Der Mare Verlag macht sich um schöne Neuübersetzungen verdient; „Der Master von Ballantrae“ etwa ist ein bedrückendes, turbulentes, genreüberspringendes Abenteuer; im Hanser-Verlag ist „St. Yves“ neu erschienen, vor dem ein Indiana Jones fassungslos den Hut ziehen müsste. Und das schmalste Buch von allen, „Das Licht der Flüsse“ (2011 bei Aufbau), Stevensons Debutroman, beschreibt eine Kanufahrt durch Belgien und Frankreich, die der junge Edinburgher 1876 mit einem Freund unternommen hat – ein Buch, das eine heitere, jugendliche Weltsicht mit einer so frappierenden Modernität präsentiert, dass man nicht glauben will, dass der Kanute das Buch vor 130 Jahren und nicht letzten Sommer geschrieben haben soll.

„Das Licht der Flüsse“ also macht Robert Louis Stevenson (*1850 -† 1894) zum Schutzheiligen aller Paddler. Grund genug, meinem neuen Lettmann-Tourenkajak heute den Namen BALLANTRAE zu geben.