columbarium

Der III. Städtische Friedhof in der Berliner Stubenrauchstraße ist einen abendlichen Frühlingsbummel wert.

Umgeben von Bürgerhäusern und alten Ateliers ruht unter alten und neueren Steinen allerhand künstlerische Prominenz; etwa Helmut Newton, Marlene Dietrich oder der schillernde Bücherdieb (und genialische Villon-Übersetzer) Paul Zech, dessen sterblichen Reste 1971 aus Buenos Aires herbeigeschafft wurden. Aber spektakulärer als die oft schlichten Grabstellen ist das Columbarium – der Taubenschlag mit hunderten von Urnenstellen, der noch immer in Betrieb ist und in der Abenddämmerung einen intimen, friedvollen Eindruck macht. Rundhalle an Rundhalle reihen sich aneinander; unterirdisch gibt es ein hell beleuchtetes und ebenfalls gut belegtes Souterrain, zu dem gusseisern umringte Lichtschächte hinunterschauen. Ein besonderer Ort, ein Palast des Todes voller Türen in vergessene oder beweinte Leben.