bugwelle des wahnsinns

20120821-233746.jpg


Was kann man tun, um den Tourismus anzukurbeln und noch in die verödetsten Provinzkäffer mehr Besucher zu holen? Ganz einfach. Man schafft den Führerscheinzwang ab. Und die Geschwindigkeitsbeschränkung. Man senkt das Alter für die Fahrerlaubnis auf 16. Zack, schon kommen sie von allen Seiten. Vorkenntnisse sind nicht mehr erforderlich, man appelliert an den gesunden Menschenverstand. Es wird schon alles gut gehen.

Das ist Wahnsinn? Das ist genau, was ADAC und Bundesregierung zusammen mit Fahrzeugherstellern und -vermietern gerade vorhaben. Was heißt hier „vorhaben“, das Gesetz soll spätestens ab Oktober gelten, bereits durchgepaukt und eingetütet in einer nächtlichen Karnevalssitzung im Bundestag.

Ach so, sorry, – wir reden nicht von Autos, wir reden von Motorbooten. Ein leichtes Schlauchboot mit 15-PS-Außenborder schafft 60 km/h, ein Neunmeterboot wiegt ein paar hundert Kilo. Wer im Wasser Vorfahrt hat, was gelbe Bojen bedeuten, wie die Brutvögel heißen, die man mit fetten Wellen in Ufernähe aus den Nestern schwappt: Wen kümmert’s. Das ist Tourismusbelebung, da bleibt auch mal ein Schwimmer auf der Strecke.

2 Kommentare zu “bugwelle des wahnsinns

  1. Kann man da noch was tun? Kaum. Immerhin habe ich eine kleine Petition gestartet, um den Protest gegen diesen Wahnsinn wenigstens zu dokumentieren: HIER. Dort gibt es auch eine Reihe von Kampagnenbannern und viele weiterführende Infos zu diesem Schwachsinn und seinen Nutznießern.

  2. Wieviel Schwimmer werden in die Schiffsschrauben kommen?
    Wieviel Gelege werden durch erhöhten Wellengang zerstört werden?
    Wieviel Zusammenstöße von Booten wird es in Zukunft geben?
    Wieviel Lärmbelästigung wird es in Zukunft in unseren Wassererholunggebieten geben.
    Wieviel Rowdytum ermöglicht das Gesetz auf dem Wasser. Ich wohne an einem Fluss und weiß von was ich spreche.
    Das ganze ist eine eklatante Demonstration eines Tunnelblicks aller Beteiligten der tote und verletzte Menschen nach sich ziehen wird, von der Tier und Pflanzenwelt ganz zu schweigen. Werden die Beteiligten dafür die Verantwortung übernehmen?

Kommentare sind geschlossen.