analog einkaufen

Sehe in einer Anzeige von Cleep & Pokkenburg eine Steppjacke, die mich jung, sexy und muskulös macht. Also ab zum Tauentzien. Im EG: Steppjacken bis zum Horizont. Meine ist nicht dabei.

Die Verkäuferin schickt mich in den vierten Stock; die Rolltreppe fährt auf der anderen Seite hoch.
Dort: Steppjacken, Steppjacken!
Meine fehlt.

Ein Verkäufer fragt nach dem Designernamen. Ich druckse rum. Er schickt mich in den zweiten Stock. Die Rolltreppe fährt auf der anderen Seite runter.
Im Zweiten: Steppjacken!
Und da, da ist sie ja! „M” passt. Ich sehe jung, sexy und muskulös aus. Die Verkäuferin ist mäßig beeindruckt und schickt die Jacke runter zur Zentralkasse. Die Rolltreppe fährt auf der anderen Seite runter.

Im EG an der Zentralkasse: Lange Schlange; Sperrbänder, Pfeile. Ich warte. Bin dran. Meine Jacke ist nicht an dieser, sondern an der anderen Zentralkasse oben im 1. Stock.

Die Rolltreppe fährt auf der anderen Seite hoch.
Oben kein Mensch an meiner Kasse. Ich zahle 149,95.
Die Rolltreppe fährt auf der anderen Seite runter.

Draußen auf dem Tauentzien ist Sommer; es ist warm.
Kein Mensch braucht eine Steppjacke.
Trotzdem freue ich mich, nicht wieder online eingekauft zu haben. Das Einkaufserlebnis, der Kontakt zu Mitmenschen, all die Haptik, das Physische: Schon cool, das Echte zu erleben.