„Ich kann mir eigentlich meine eingene Beerdigung nicht richtig vorstellen. Wahrscheinlich ist das hier ein trauriger, dunkler Anlaß. Ich bin hinübergerutscht in irgendetwas außerhalb des Ortes, an dem Ihr jetzt noch eine zeitlang seid. Wenn wir miteinander Wein getrunken haben, war das letzte Glas das letzte Glas. Wenn wir zusammen gelacht haben, wird das Echo Weiterlesen

Semliner Kirchhof, Martins letzte Ruhestätte Weiterlesen

Martins Vita

Martins Leben war voll, nicht nur erfüllt sondern richtig voll. Vielleicht musste er uns deshalb so früh verlassen. Aufgewachsen im Sauerland in einer aktiven, mitgestaltenden Familie hat er früh gelernt sich aktiv ins Leben einzumischen. Die Eltern politisch engagiert, der Vater mit fotografischem Talent, die Mutter mit großem kunsthandwerklichem Geschick und beide musikalisch beim gemeinsamen Weiterlesen

Erinnerungen

Wir sind uns wahrscheinlich zum ersten Mal 1979 begegnet. Martin besuchte eine Freundin in der Bielefelder WG, in der ich damals lebte. Ein junger Mann mit langen roten Haaren und wachen, abenteuerlustigen Augen, denen nichts entging. Wir erregten uns damals über einen Nachbarn, der es gewagt hatte, in seinem Schrebergarten die Fahne des Freistaats Bayern Weiterlesen

petry, weidel, schmidt – „operation mimi cri“

Hinterher wundert man sich darüber, dass man sich nicht schon früher gewundert hat. Gut, der luziden Ex-Pfarrersfrau Frauke Petry mit ihrem modernen Kurzhaarschnitt hat man die Nähe zum völkischen Geschwafel der Parteifreunde (und zu den Parteifreunden selbst) noch so leidlich abgenommen – auch wenn ihr sichtbares physisches Unbehagen auf Pressefotos oftmals schwer zu übersehen gewesen Weiterlesen

nix für hasenfüße

Irgendwie ein Ritual, Freitag abends nach der Ankunft auf dem Land erstmal die Hintertür der früheren Scheune aufzustoßen und staunend durch den garten zu schlendern. Wie das alles gewachsen ist in fünf Tagen! Der Sellerie sprießt, der Walnussbaum hat den Frost doch noch gut überstanden – und im alten Apfelbaum hängt ganz oben ein weißes Weiterlesen

der dillenburger kassenwagen

(Eine Kiersper Räuberpistole aus dem Jahr 1809)     Im Sommer hatten die Halveraner uns noch beneidet, uns Kiersper. Weil wir hier jeden Baum kannten, jeden Hohlweg, der einen schnellen Kerl ungesehen von da nach dort brachte. Jetzt, im schlimmsten Winter seit zwanzig Jahren, half das auch nicht mehr weiter. Weiterlesen