Insektenfotos und Politik, dubiose Keramikschüsselchen vom Flohmarkt und Retro-Design der DDR, das Schreiben schillernder Romane und galliger Fußnoten, ab und zu was zeichnen mit dem Tuschepinsel: Martin Keune, Geschäftsführer der Berliner Agentur ZITRUSBLAU, hat etwas komplexe Vorlieben. Aber das ist ja das Internet hier, da dürfen noch die belanglosesten Beschäftigungen in Szene gesetzt werden. Geht Weiterlesen

petry, weidel, schmidt – „operation mimi cri“

Hinterher wundert man sich darüber, dass man sich nicht schon früher gewundert hat. Gut, der luziden Ex-Pfarrersfrau Frauke Petry mit ihrem modernen Kurzhaarschnitt hat man die Nähe zum völkischen Geschwafel der Parteifreunde (und zu den Parteifreunden selbst) noch so leidlich abgenommen – auch wenn ihr sichtbares physisches Unbehagen auf Pressefotos oftmals schwer zu übersehen gewesen Weiterlesen

nix für hasenfüße

Irgendwie ein Ritual, Freitag abends nach der Ankunft auf dem Land erstmal die Hintertür der früheren Scheune aufzustoßen und staunend durch den garten zu schlendern. Wie das alles gewachsen ist in fünf Tagen! Der Sellerie sprießt, der Walnussbaum hat den Frost doch noch gut überstanden – und im alten Apfelbaum hängt ganz oben ein weißes Weiterlesen

der dillenburger kassenwagen

(Eine Kiersper Räuberpistole aus dem Jahr 1809)     Im Sommer hatten die Halveraner uns noch beneidet, uns Kiersper. Weil wir hier jeden Baum kannten, jeden Hohlweg, der einen schnellen Kerl ungesehen von da nach dort brachte. Jetzt, im schlimmsten Winter seit zwanzig Jahren, half das auch nicht mehr weiter. Weiterlesen

no tool for pfannkuchen

Leicht fieberschwach, akzeptiert T. postfeministische Liebesgaben, die sie mir sonst vor den Kopf hauen würde: Endlich eine neue, große Bratpfanne.  Weiterlesen

’ne tasse mit bob dylan

Heute mittag ging Bob Dylan vorbei. Ich meine: Womöglich war es nur jemand, der so aussah wie Bob Dylan. Gut trainierter grimmiger Blick, etwas ungepflegte, gelockte lange Haare, Fusselbart unterm Kinn. Hakennase. Er hatte diese kleinen, wilden Augen, die listig, boshaft oder voll Hass glitzern können: Deshalb konnte es eigentlich nur Dylan selbst sein, der da Weiterlesen

crimetime berlin: lesung aus „knockout“

Das Krimifestival CrimeTime ist noch im Gange – ich habe meinen Showdown schon gehabt und im Schummerlicht der Galerie überm Café Brel am Savignyplatz ein Stündchen aus „KnockOut“ gelesen. Ausnahmsweise: Brillenlos. Weiterlesen